Klimaschützer EnBW?

Die Wahrheit hinter der Werbung

Die EnBW sagt in der Eigenwerbung, dass sie "einen maßgeblichen Fortschritt für den Klimaschutz schon erreicht" hat. "Kein Unternehmen der deutschen Energiebranche weist einen niedrigeren CO2-Ausstoß aus."

Die Aussage stimmt. Es ist aber wichtig zu sagen, dass die EnBW ihre Energie zu einem sehr hohen Anteil aus Atomenergie produziert. Traditionell ist auch der Anteil an Strom durch Wasserkraft sehr hoch.

Bedenkt man, dass auch die große Wasserkraft durch das EEG gefördert wird, ist es nicht sonderlich verwunderlich, dass auch die EnBW in diese Technik investiert. Vorher war das nicht so spannend. Jetzt vermarktet man das als Fortschritt. Ein altes Wasserkraftwerk zu modernisieren und auszubauen, damit es dem heutigen Stand der Technik entspricht, sollte eine Selbstverständlichkeit sein für ein Energieunternehmen.

Wenn man auch noch die sichere Einspeisevergütung bekommt, ist die Investition schon absolut gesichert. Hat jemand schon mal gehört, dass die EnBW den Strom aus Wasserkraft zu einem günstigeren Preis abgibt, als den konventionellen Strom?

Die Werbung schafft Aufmerksamkeit. Wenn sich die Menschen aber verschaukelt fühlen, ist sie nicht unbedingt Image fördernd. Ehrlichkeit in der Argumentation, gerade bei dem Thema Klimawandel, wäre viel wichtiger.

Welch ein Ruhmesblatt für die EnBW, die Investitionen der letzten Jahrzehnte in Atomkraft und Wasserkraft als "Fortschritt" zu bezeichnen.

Zukunftsorientiertes Handeln ist bei manchen Unternehmen wohl das Ausharren auf einem bestehenden Zustand.

Warum schreibt die EnBW nicht offen über die tatsächlichen und vor allem neuen Investitionen in erneuerbare Energien?
Die Beantwortung z.B. folgender Fragen, wäre sicher interessant:
1. Wieviele Prozent der jährlichen Gesamtinvestitionen gehen neu in erneuerbare Energien?
2. Wieviele Prozent des jährlichen Stromvolumens werden neu aus erneuerbaren Energien generiert?
3. In welchen EE-Bereichen wurden/werden diese Investitionen getätigt?
4. Aus welchen Quellen kommt der EE-Strom der EnBW und wie hoch ist der Anteil von Dritten in das EnBW-Netz eingespeisten EE-Stroms vom Gesamt-EE-Strom der EnBW?

Mit der Beantwortung solcher Fragen kann die EnBW möglicherweise keine Werbung machen.

Wenn das, was in Deutschland für den Klimaschutz geschieht, für die EnBW bereits herausragend ist, dann ist es nach meiner Auffassung um unser Klima schlecht bestellt.

Sonnige Grüße
Dietmar Helmer

EnBW-Werbetext vom 26.10.2006

Herausragend, was in Deutschland für den Klimaschutz geschieht: Dem CO2 wird die Luft abgeschnürt. Ein wichtiger Schritt in Richtung saubere Zukunft. Und das ist auch notwendig, denn der immer deutlicher werdende Wandel des globalen Klimas „ist das größte Problem, mit dem unsere Zivilisation je konfrontiert war“, sagt Sir David King, wissenschaftlicher Chefberater der britischen Regierung, in einem jetzt veröffentlichten „dringlichen Aufruf“ an die Weltbevölkerung. Ein großer Antreiber des Klimawandels ist, der heutigen Erkenntnis nach, Kohlendioxid. CO2 ist ein Treibhausgas und mitverantwortlich für das lebensfreundliche Klima auf der Erde. Doch je   mehr CO2 in die Atmosphäre gelangt, umso stärker wird der künstliche Treibhauseffekt angetrieben. Sechs Milliarden Tonnen CO2 sind es jährlich – Tendenz steigend. Die daraus entstehende globale Erwärmung bringt unangenehme Folgen für Umwelt und Mensch mit sich. Um die Erderwärmung zu stoppen, müssen die CO2-Emissionen deutlich reduziert werden. Nach dem 1997 beschlossenen Kyoto-Protokoll sollen bis 2020 mindestens  40 Prozent der Emissionen eingespart werden. Gut dass es Unternehmen gibt, die dieses Problem angehen. Zum Beispiel die EnBW. Deutschlands drittgrößter Energieversorger hat einen maßgeblichen Fortschritt für den Klimawandel erreicht: Kein Unternehmen der deutschen Energiebranche weist einen niedrigeren CO2-Ausstoß vor. Mit umfangreichen Investitionen in erneuerbare Energien, zahlreichen Pilotprojekten und der Ausrichtung von Klimaschutz-Konferenzen übernimmt die EnBW eine führende Rolle bei der CO2-Reduktion. Somit ist die EnBW auf dem besten Weg, das Ziel von Kyoto zu erreichen – und noch weit mehr. 
Wir sparen am meisten CO2. Versprochen.



www.enbw.com
Werbung vom 26.10.2006 




Hier ist der Kamin mit dem Knoten abgebildet.  
Die EnBW hat den geringsten Kohlendioxid-Ausstoß unter den großen Energieversorgern in Deutschland. Damit sind wir bereit für die Klimaschutz-Aufgaben der Zukunft. Versprochen. Ihre EnBW Energie Baden-Württemberg AG. 


EnBW-Werbetext vom 03.11.2006

Herausragend, was in Deutschland für den Klimaschutz geschieht: Dem CO2 wird die Luft abgeschnürt. Ein wichtiger Schritt in Richtung saubere Zukunft. Und das ist auch notwendig, denn der immer deutlicher werdende Wandel des globalen Klimas „ist das größte Problem, mit dem unsere Zivilisation je konfrontiert war“, sagt Sir David King, wissenschaftlicher Chefberater der britischen Regierung, in einem jetzt veröffentlichten „dringlichen Aufruf“ an die Weltbevölkerung. Ein großer Antreiber des Klimawandels ist, der heutigen Erkenntnis nach, Kohlendioxid. CO2 ist ein Treibhausgas und mitverantwortlich für das lebensfreundliche Klima auf der Erde. Doch je mehr   CO2 in die Atmosphäre gelangt, umso stärker wird der künstliche Treibhauseffekt angetrieben. In Deutschland sind es jährlich rund 27,3 Milliarden Tonnen – Tendenz steigend. Die daraus entstehende Erderwärmung bringt unangenehme Folgen für Umwelt und Mensch mit sich. Um diese Erderwärmung zu stoppen, müssen die CO2-Emissionen deutlich reduziert werden. Deshalb wurde 1997 das Kyoto-Protokoll beschlossen. Darin verpflichten  Sich die teilnehmenden Staaten, ihre Treibhausgase im Zeitraum von 2008 bis 2012 um 5 Prozent zu reduzieren. Gut dass es Unternehmen gibt, die dieses Problem angehen. Zum Beispiel die EnBW, Deutschlands drittgrößter Energieversorger. Kein anderes großes Unternehmen der deutschen Energiebranche weist einen niedrigeren CO2-Ausstoß vor. Mit umfangreichen Investitionen in erneuerbare Energien, zahlreichen Pilotprojekten und der Ausrichtung von Klimaschutz-Konferenzen übernimmt die EnBW eine führende Rolle bei der CO2-Reduktion. Somit ist die EnBW auf dem besten Weg, das Ziel von Kyoto zu erreichen – und noch weit mehr. 
Wir sparen am meisten CO2. Versprochen.



www.enbw.com Werbung vom 03.11.2006  

Hier ist der Kamin mit dem Knoten abgebildet.  
Die EnBW hat den geringsten Kohlendioxid-Ausstoß pro kwh unter den großen Energieversorgern in Deutschland. Damit sind wir bereit für die Klimaschutz-Aufgaben der Zukunft. Versprochen. Ihre EnBW Energie Baden-Württemberg AG. 


Flüchtige CO2 - Werbung bei der EnBW

Werbung der EnBW vom 03.11.2006. Die jährlich 6 Mrd. Tonnen CO2-Emissionen aus der Werbung vom 26.10.2006 sind verschwunden. Welchen Bezug die Zahl haben sollte, bleibt das Geheimnis der EnBW.

Dafür ist Deutschland jetzt allein verantwortlich für jährlich 27,3 Mrd. Tonnen CO2-Emissionen. Diese Zahl entspricht den weltweiten CO2-Emissionen.
Deutschland trägt tatsächlich Verantwortung für 866 Mio. Tonnen CO2.

Wie schreibt die EnBW weiter: "Wir sparen am meisten CO2. Versprochen."

Ich schlage vor: "Wir ersparen uns richtige Zahlen bei CO2. Wir haben uns versprochen."

Korrekte Zahlen des BMU [81 KB]

Mehr zum Thema:
www.erneuerbare-energien.de (Publikationen)


Deutschlands CO2 - Bilanz

Jahr   Mio t CO2 
1995  918,8 
1996  942,5 
1997  913,3 
1998  905,3 
1999  880,3 
2000  884,3 
2001  897,8 
2002  885,1 
2003  891,0 
2004  884,0 
2005  866,1 
Quelle: DIW Berlin  gefunden in www.learn-line.nrw.de/angebote/agenda21